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„Ich habe eine Allergie gegen Schrankwände”

Elbmadame Jasmin und ihr Freund Torben sprechen mit mir darüber, wie es ist, in Hamburg-Eimsbüttel zu leben, was sie an ihrer Altbauwohnung am meisten lieben und warum auf Jasmins Nachtisch eine Lavalampe steht.

Heute nehme ich euch mit auf eine Tour durch die wunderschöne Hamburger Altbauwohnung von Jasmin und Torben. Jasmin alias elbmadame bloggt über Design, Interior & Reisen und inspiriert damit eine treue und große Leserschaft. Ein Wohninterview mit ihr wünsche ich mir, seitdem ich Fotos ihrer fantastischen Küchenfliesen gesehen habe. 

Wie groß ist Eure Wohnung und wie lange lebt Ihr schon darin?

Jasmin: Unsere Wohnung ist ziemlich genau 70 qm groß und wir wohnen hier seit Februar – also knapp neun Monate.

Wie würdet Ihr Eure Wohnung bzw. Euren Wohnstil beschreiben?
Jasmin: Das finde ich relativ schwierig zu beantworten, denn ich versuche für viele Richtungen offen zu bleiben. Trotzdem fühle ich mich immer wieder hingezogen zu dem skandinavischen, schlichten Design. Ich finde aber auch den industriellen Chic ganz ganz toll. Der ist nur nicht so leicht umsetzen, weil das stark von der Wohnung abhängt, wie und was wirklich reinpasst. Wichtig ist mir, dass es nicht aussieht wie in einem Möbelhaus. Ich habe eine Allergie gegen Schrankwände – so etwas wäre für mich einfach keine Option!

Torben: Ich glaube mir hat diese Frage vorher noch niemand gestellt… Aber ich würde auch sagen, dass unser Stil skandinavisch angehaucht ist. Wir sprechen uns bei der Einrichtung natürlich ab, haben aber das Glück, dass wir Beide einen ähnlichen Geschmack haben. Wir müssen nie lange diskutieren und sind uns immer schnell einig.

Was gefällt Euch am besten an Eurer Wohnung?

Jasmin: Also ich war sofort für die Wohnung, als ich das Durchgangszimmer gesehen habe. Ohne das hätte ich die Wohnung nicht genommen. Außerdem liebe die alten Fliesen und den Dielenboden, den Stuck und den Schnitt.

„Ich liebe die Fliesen, den Dielenboden und alten Stuck.“

Torben: Ich mag das Durchgangszimmer auch sehr und sehe Wohnzimmer und Esszimmer auch nicht als zwei getrennte Räume, sondern als einen großen – durch diese Offenheit und die hohen Decken wirkt die Wohnung größer als sie wirklich ist. Und mir gefällt die Tatsache, dass wir zwei Balkone haben, einen vorne am Wohnzimmer und einen hinten am Schlafzimmer.

Wo verbringt Ihr die meiste Zeit in der Wohnung?

Jasmin: Auf der Couch glaube ich. Aber das liegt nur daran, dass ich da ständig mit meinem Laptop sitze. Ja, wir verbringen viel Zeit auf der Couch – ob mit oder ohne Rechner. Und am Schreibtisch.

Torben: Ich denke auch, dass wir uns am meisten im Wohnzimmer aufhalten. Und am kleinen Tisch zum Frühstück in der Küche.

Jasmin: Wenn die Frage lauten würde, wo man gerne die meiste Zeit verbringen würde, dann wäre das die Küche. Also ich würde sehr viel lieber mehr Kochen und dann mit Freunden am Esstisch zusammensitzen und guten Wein trinken. Das sind die Momente, die man am meisten genießt.

Wie wird für Euch aus einer Wohnung ein Zuhause?

Jasmin: Ich finde am wichtigsten, dass man seine eigene Persönlichkeit mit in die Wohnung bringt. Und die drückt sich in der Einrichtung dadurch aus, wie und wo ich meine Erinnerungen platziere. Das sind Flohmarktstücke, Einzelstücke aus kleinen Shops oder aus dem Urlaub oder individuelle Dekostücke wie der Holzverschnitt aus dem Garten von Torbens Mama… Dann kommt noch die Vase von Oma dazu und so wächst die Einrichtung. Und genau das macht es für mich aus – ein Zuhause ist für mich etwas Gewachsenes.

Torben: Da kann ich gar nichts mehr zufügen. Es gibt ja immer diesen Moment, wo man in die Wohnung reinkommt und das Gefühl hat, hier fühle ich mich wohl und hier bin ich jetzt Zuhause. Ich glaube ich habe mich hier schon Zuhause gefühlt, als wir noch die Tapete von der Wand gerissen haben. Einfach weil die Wohnung und die Gegend für mich passen.

Was habt Ihr in der Wohnung selbst gemacht oder selbst gestaltet?

Torben: Der große Nachteil an dieser Wohnung ist, dass in allen Zimmern Raufasertapete klebt. Wir mögen das eigentlich nicht und haben deshalb die Tapete im Wohnzimmer abgerissen und die Wände weiß verputzt. Das war aber so zeitintensiv, dass wir danach erstmal aufgehört haben.

Jasmin: Zum Glück sind die Wände in den Bädern auch tapetenfrei. Ich hätte das gerne irgendwann in allen Zimmern so… Selbst gestaltet sind der Schreibtisch und die PomPoms aus Seidenpapier, die darüber hängen. Dafür habe ich eine Anleitung auf meinem Blog und lustigerweise ist das einer der meist gesuchten Begriffe: DIY PomPom basteln. Die Obstkisten in der Küche haben wir im Internet bestellt und sie mit einem Hochdruckreiniger bearbeitet, danach geschliffen und gewachst. Außerdem gibt es noch mein never ending project – ein Schrank für das Esszimmer.

Was würdet Ihr gerne ändern bzw. was fehlt noch?

Jasmin: Neben der Raufasertapete? Der Schrank, der in Arbeit ist, ein Teppich unter dem Sofa und im Badezimmer ein anderer Wand- und Waschbeckenunterschrank für mehr Stauraum. Im Schlafzimmer hätte ich gerne noch einen weiteren Meter Kleiderschrank, aber dafür fehlt der Platz. Und über dem Esstisch wünsche ich mir einen richtig alten Kronleuchter.

Torben: Ich hätte gerne noch ein weiteres Zimmer. Ich weiß gar nicht, was ich damit machen würde, aber ich hätte beispielsweise Lust, das über Airbnb zu vermieten, weil wir darüber auf Reisen viele interessante Leute getroffen haben und ich das gerne auch anbieten würde…

Was liegt auf Eurem Nachttisch?

Jasmin: Da steht eine Lavalampe. Das ist eigentlich nichts, was hier reinpasst, aber ich hänge wahnsinnig an der Lampe, weil ich sie von meinem Vater bekommen habe. Die wird auch nur sehr selten angemacht, aber ich kann sie einfach nicht wegtun.

Torben: Die wird eigentlich nie angemacht. Ich kann mich nicht erinnern, wann die das letzte Mal an war…

Jasmin: Ups… Na ja, aber ich hänge trotzdem sehr an ihr und mein Vater freut sich sicher auch, dass ich die Lampe immer noch habe. Daneben liegen Handcreme und Gesichtscreme.

Torben: Bei mir steht ein Wecker drauf und ein Pott Handcreme. Das war´s.

Habt Ihr einen Deko-Tipp?

Jasmin: Hmmm, mal überlegen…

Torben: Ist nicht dein Dekotipp, dass du raus gehst und die Augen offen hältst, was du so siehst? Also zum Beispiel gehst du jetzt los im Herbst, sieht die Kastanien, bringst welche mit und machst was daraus.

Jasmin: Die Antwort nehmen wir so, da hat Torben recht. Aber darüber denke ich gar nicht nach, das passiert einfach so.

Torben: Ich bin ein wahnsinniger Fan von Postern mit (guten) Sprüchen drauf, so etwas finde ich immer großartig. Oder schöne Fotos.

Woher kommen Inspirationen, neue Möbel, Einrichtungsideen

Jasmin: Ich habe als Innenarchitektin ja beruflich viel damit zu tun, das heißt, ich komme ganz schnell in Kontakt mit neuen Trends oder Möbeln. Ich habe auch ein paar kleine Online-Shops, bei denen ich immer mal wieder schaue – und Inspirationen kommen ganz klar auch durch Blogs oder Zeitschriften.

Torben: Ich lasse mich viel durch das Internet inspirieren und stolpere da oft über Dinge, die ich mir auch gut in unserer Wohnung vorstellen kann. Auf kleinen Seiten, wo jemand etwas selbst baut oder herstellt, findet man meiner Meinung nach oft viel schönere Sachen, als wenn man beispielsweise zu Ikea geht.

„Hier kannst du auch mal in Jogginghose zum Bäcker gehen – herrlich ungezwungen!“

Beeinflusst der Stadtteil, in dem Ihr lebt, Euer Wohngefühl?

Jasmin: Ja, eigentlich schon. Wir kommen beide aus dem Westen von Hamburg und haben jahrelang in Barmbek gewohnt, aber da haben wir uns nie so wohl gefühlt. Da gehst du nicht mal eben schnell in Jogginghose zum Bäcker, das machst du einfach nicht. Denn dir kommen so viele Leute entgegen, die uniformiert angezogen sind, dass du automatisch in dem Zwang bist, dich anzupassen. Jetzt hier in Eimsbüttel fühlen wir uns super wohl, weil es ungezwungener ist und die Leute lockerer sind. Und wir sind näher an unseren Familien dran, das war mir auch wichtig.

Torben: Außerdem erreichen wir alles fußläufig, das ist wirklich grandios. Hier vorne ist beispielsweise ein Edeka, der hat immer bis 21 Uhr auf. Wenn wir samstags mit Freunden kochen und Milch vergessen haben, geht einer kurz los und ist nach drei Minuten wieder hier. Das steigert enorm die Lebensqualität, weil man sich weniger Gedanken um die Planung machen muss. Man erledigt viel mal eben auf dem Weg zur oder von der Arbeit und muss nicht extra nochmal mit dem Auto los. Das ist echt praktisch.

Vielen Dank Jasmin und Torben, dass ich bei Euch fotografieren durfte und ein so nettes Interview mit Euch bekommen habe!

Comments.

  • Oliver Philipp

    Was für eine tolle Wohnung. Besonders die Stühle von der Oma gefallen mir außerordentlich gut. Das Leder hat eine schöne Farbe. Das „Ahoi“ kenne ich, haben wir ebenfalls, nur im Bad hängen.

  • look! pimp your room

    Tolle Fotos von einer tollen Wohnung ! lg Anette

  • Fee ist mein Name

    Eine tolle Wohnung, ein tolles Interview und tolle Fotos <3

  • Kirsti alias Mrs. Popsock

    Die Elbmadame ist wunderbar, ihre Einrichtung und Wohnung erst recht – und das Interview ist unschlagbar! Einfach superschön!<3

  • Jasmin | elbmadame

    Liebe Sandra,

    ganz lieben Dank für das tolle und vor allem superangenehme Fotoshooting, wir haben uns sehr wohl gefühlt mit Dir! 🙂
    Es ist ein sehr schöner Artikel geworden, wir sind sehr stolz, uns in die Reihe so schöner Wohnungen einreihen zu dürfen.

    Viele liebe Grüße,
    Jasmin

    • Sandra | 3-ZKB

      Das freut mich liebe Jasmin. Ich hatte auch viel Freude und es war wunderbar, Euch kennengelernt zu haben. Ich freue mich, dass ich Dich über Deinen Blog ein wenig weiter begleiten kann.

      Liebe Grüße!
      Sandra

  • Sandra | 3-ZKB

    @alle: Vielen Dank für Eure lieben Worte, ich bin sehr glücklich, dass ich in dieser tollen Wohnung fotografieren durfte und zwei solch sympathische Interviewpartner hatte – es hat viel Spaß gemacht und das ich hier ein so schönes Ergebnis zeigen kann, verdanke ich Jasmin und Torben. <3

  • Anna – 4 11 11 4

    Einfach durch und durch wunderbar und echt! So wie ich ihr auch im wahren Leben begegnet bin.

  • Gefällt mir auch sehr gut … die Idee mit der Leiter im Bad als Handtuchhalter ist der Knaller. So simpel und doch effektiv.
    Und die „Einkaufsliste“ mit den kleinen Reitern zum Klappen spricht mich total an. Supa!

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