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„Wir leben in der für uns besten Wohnung der Welt“

Fabienne und Sebastian haben sonntags gerne Freunde zu Besuch. Dann wird gekocht, zusammen am großen Esstisch gegessen und gelacht – und anschließend geht’s auf die Couch zum gemeinsamen Tatort gucken. Wer die Gastfreundschaft der beiden Essener und ihr einladendes Zuhause einmal selbst erlebt hat, den wundert es nicht, dass hier jeden Sonntag heiterer Trubel herrscht.

Sebastian und Fabienne leben in einem stattlichen Wohnhaus mit geräumigem Hausflur und breitem Treppenaufgang. Reichlich Stuck und Wandverzierungen erinnern an die Neo-Renaissance und schon beim Aufstieg in die dritte Etage ist mir klar, dass dies kein gewöhnliches Wohnhaus ist. Sebastian bestätigt es später: Das Haus war während der Gründerzeit ein angesehenes Hotel.

Der Flair vergangener Zeiten steckt noch sichtbar und spürbar in den Wänden des ehemaligen Hotels und ich fühle mich sofort willkommen. Fabiennes frisch gebackener Kuchen, dessen warme Schoko-Nuss-Note mir schon beim Eintreten in die Wohnung durch die Nase bis in den Magen schwebt, hat sicherlich auch einen Anteil daran. 🙂

Willkommen bei Sebastian und Fabienne!

Wie groß ist Eure Wohnung und wie lange lebt Ihr schon darin?

Fabienne: Die Wohnung ist 136 qm groß und wir wohnen seit März 2014 hier.

Wie würdet Ihr Eure Wohnung bzw. Euren Wohnstil beschreiben?

Sebastian: Vom Stil her würde ich sagen skandinavisch-nordisch. Also nicht verschnörkelt, sondern relativ einfache Formen, geradlinig, luftig.

Fabienne: Ja genau, wir mögen es eher clean. Aber auch mit gelebten Stücken dazwischen. Wir wollten nicht alles neu haben, sondern bewusst auch ein paar gelebte Stücke in das Wohnkonzept integrieren, die einen Akzent setzen. Wie die gebrauchte Kommode im Schlafzimmer, die alten Industriehocker in der Küche, der Spind im Flur oder die Industrielampe im Esszimmer. Uns gefällt der Mix aus neuen skandinavischen Stücken und alten Sachen, die schon was erlebt und mitgemacht haben.

Was gefällt Euch am besten an Eurer Wohnung?

Fabienne: Ich glaube da sind wir uns einig: Unser Lieblingsraum ist das Esszimmer. Wegen des Ausblicks, wegen des Erkers und wegen des großen Esstisches, an den so viele liebe Menschen passen, die wir gerne zum Essen einladen. Die Lage der Wohnung ist auch super, der Park ist ganz nah und auch zur RÜ, der schönen Flaniermeile hier in Essen-Rüttenscheid, ist es nicht weit.

Sebastian: Genau. Aber ich finde, die Kombination aus allem, macht das Gesamtpaket. Wir sind hier damals reingekommen und fanden es super, dass die Wohnung renoviert war, es den Stuck gibt und die Decken so hoch sind. Als wir die Wohnung dann nach und nach eingerichtet haben, kam dann der Aspekt dazu, sie soll gemütlich werden, sie soll heimelig werden. Und das vielleicht nicht nur für uns, sondern auch für alle lieben Menschen, die uns hier besuchen und sich bei uns auch wohl fühlen sollen.

Fabienne: Neben dem geselligen Aspekt ist es auch einfach schön, dass die Wohnung so hell ist. Das macht auch viel aus.

Sebastian: Und dass man vom Esszimmer und Wohnzimmer aus fast jeden Abend die wunderschönsten Sonnenuntergänge erleben kann.

Wo verbringt Ihr die meiste Zeit in der Wohnung?

Sebastian: Am großen Esstisch – entweder zum Arbeiten mit Laptop oder sonntags, wenn wir uns mit Freunden zum Tatort-Abend treffen. Dann sind wir maximal zehn Personen, weshalb der Tisch auch so groß ausfallen musste. Es ist schön, mit allen hier sitzen zu können.

Fabienne: Ich habe meinen Schreibtisch ja eigentlich im Arbeits-/ Ankleidezimmer. Und Sebastian hat auch ein eigenes Arbeitszimmer. Aber wir sitzen tatsächlich lieber hier, mittendrin am Esstisch und genießen beim Arbeiten den Ausblick und die Gemütlichkeit.

Wie wird für Euch aus einer Wohnung ein Zuhause?

Fabienne: Wir haben viele Dinge um uns herum, die wir uns gemeinsam angeschafft haben. Bei den Stücken, die wir schon hatten, haben wir gemeinsam überlegt, was wir in diese Wohnung mitnehmen. Ich glaube genau dieses Gemeinsame macht die Wohnung zu einem Zuhause.

Sebastian: Genau. Es ist nicht so, dass Fabi irgendwelche Sachen im Internet findet oder in Läden kauft und ich muss mich dann damit abfinden. Sondern wir diskutieren tatsächlich jedes Stück und schaffen uns nur die Dinge an, von denen wir beide überzeugt sind. Zum Glück haben wir einen sehr ähnlichen Geschmack und Stil, das mach es natürlich leichter. Letztens war in einer Zeitschrift ein Artikel über ein Pärchen, das auf einer Möbelmesse unabhängig voneinander ein Sofa gesehen und später zueinander gesagt hat „Schatz, ich habe UNSER Sofa gesehen“ und es war tatsächlich das Gleiche. Das wäre eine Situation, die könnte Fabi und mir auch passieren.

Fabienne: Ja! Das ist auch ein Unterschied, den ich zu Wohnungen vorher sehe: Es ist nichts hier, bei dem ich denke, das könnten wir ja mal austauschen. Es sind alles Stücke, die besonders ausgewählt und uns auch wichtig sind. Der Andere trägt natürlich auch stark dazu bei. Wenn Sebastian hier nicht mitleben würde, wäre es für mich nicht DAS Zuhause, das es jetzt ist.

Sebastian: Wenn wir abends auf der Couch sitzen oder im Bett liegen, gibt es für uns ein Fazit: Wir sind Zuhause und wir sind in der für uns besten Wohnung der Welt.

„Es ist schön, sich mal sonntags zwei Stunden hinzusetzen und zu Falten und zu Knicken.“

Was habt Ihr in der Wohnung selbst gemacht oder selbst gestaltet?

Fabienne: Oh, da gibt es viel… Wir fangen mal vorne in der Wohnung an: Im Arbeitszimmer von Sebastian haben wir die beiden Fahrradaufhängungen selbst gebaut. In der Küche haben wir die Regelborde mit Lederschlaufen gemacht. Die Tafel im Esszimmer habe ich aus einer Sperrholzplatte mit Tafelfarbe selbst gemacht. Und der Kalender im Schlafzimmer mit der Papierrolle auf dem Ast ist auch von mir.

Sebastian: Ich glaube aber, wir sind weniger die Bastler, als die Arrangeure.

Fabienne: Wobei es zwischendurch aber auch Spaß macht. Die Vasen im Flur und Wohnzimmer habe ich mit Ästen und selbst gebastelten Papier-Kranichen dekoriert. Das ist schon schön, sich mal sonntags zwei Stunden hinzusetzen und zu Falten und zu Knicken.

Was würdet Ihr gerne ändern bzw. was fehlt noch?

Sebastian: Wir versuchen seit längerer Zeit, ein bestimmtes Foto für die Schlafzimmerwand zu bekommen. Ein Album-Cover von einem kleinen Singer/Songwriter.

Fabienne: Wir hätten auch gerne schönes Geschirr und Besteck. Und ich bin seit einiger Zeit auf der Suche nach den optimalen Kissen für das Sofa.

Sebastian: Also alles nur Kleinigkeiten, kein Großprojekt, das ansteht.

Was liegt auf Eurem Nachttisch?

Sebastian: Wir haben keinen Nachttisch.

Fabienne: Wir haben aber ein breites Betthaupt und darauf liegen die Bücher, die wir gerade lesen.

Habt Ihr einen Deko-Tipp?

Fabienne: Ich mag es nicht, wenn viel Klimbim herumsteht, aber ich brauche schon ein bisschen Deko und Dinge, die ich arrangieren kann. Ich bin ein großer Fan von schönen Postkarten und Masking Tape. Ich finde, das geht immer, überall, an jeder Stelle. An der Toilettentür, am Spind, die Poster im Schlafzimmer und Wohnzimmer sind auch mit Masking Tape aufgehangen…

Ich bin auch ein großer Fan vom Dymo-Prägegerät in schwarz-weiß. Damit kann man so viel machen: Vorratsdosen beschriften, kleine Grußbotschaften für Geschenke prägen…

Sebastian: Wir haben auch gerne verschiedene Schnittblumen wie Pfingstrosen oder Ranunkeln hier, mit denen Fabi dann was Tolles macht. Und die den Esstisch highlighten, so wie es heute vielleicht die schöne Kuchenglocke macht.

Fabienne: Wir machen uns viele Gedanken darüber, was wohin kommt, wie es zwar funktional, aber dennoch schön ist. Die Bücher werden beispielsweise im Regal verstaut, sind aber aufgrund ihrer Anordnung nach Farben gleichzeitig optisch ansprechend arrangiert.

Woher kommen Inspirationen, neue Möbel, Einrichtungsideen?

Fabienne: Vorrangig von Blogs, aus Zeitschriften, von Pinterest, Instagram. Tatsächlich finden wir sehr viel Inspiration über die neuen Medien. Aber auch beim Schlendern durch die Städte, die wir bereisen.

Sebastian: Du guckst bei den Leuten an Winterabenden durch die Fenster rein, läufst durch Antiquitätenläden… Wir fahren beispielsweise gerne nach Köln, um nach Möbeln zu schauen, auch wenn wir eigentlich gar nichts brauchen. Da gibt es drei Läden, die tolle alte Sachen haben: Exquisit, Loft43 und Geliebte Möbel.

Beeinflusst der Stadtteil, in dem Ihr lebt, Euer Wohngefühl?

Fabienne: Wir haben damals nur nach Wohnungen in Rüttenscheid geschaut, weil wir hier mittendrin sind. Wenn man einmal daran gewöhnt ist, all die schönen Sachen um einen herum zu haben, möchte man das  nicht mehr missen.

Sebastian: Wir lieben die netten Cafés, Kneipen, Einkaufsmöglichkeiten, den schönen Wochenmarkt …

Fabienne: Wir schätzen Rüttenscheid als jüngeres Viertel, in dem viele nette Menschen wohnen und arbeiten und man häufig die gleichen Gesichter auf der Straße sieht und man sich grüßt – all das gehört für uns zu dem Lebensgefühl hier dazu.

Vielen Dank Fabienne und Sebastian für den Einblick in Euer wundervolles Zuhause.

Comments.

  • Was für eine schöne Wohnung. Echt total toll und sehr sympathisch! Wir brauchen so einen Fahrradhalter. Ganz dringend.

  • Oliver Philipp

    In live ist die Wohnung noch besser, Berit… Finde den Farrahdhalter auch grandios. Gut gemacht, Sebastian 🙂

  • Ich kenne die Wohnung auch live, wunderschön! …und sympathisch finde ich die Bewohner auch. 😉

  • Geniale Wohnung!! So eine will ich auch!

  • Isa von immodelfin

    Die Wohnung macht einen ja schon irgendwie neidisch! Wie toll das da einfach eingerichtet ist, da fühlt man sich vom Zusehen ja schon pudelwohl. Einfach mit viel Liebe zum Detail!

  • OMG! Erstaunlich schöne Bilder und atemberaubende Inspirationen. Danke sehr für den Post! LG, Kitti von Sukhi.de

  • Sehr schöne Wohnung!
    Wo sind denn der hohe Tisch in der Küche, der altrosa Sessel und der Stuhl in der Küche vorne an der kurzen Seite des Tisches her?
    Gefällt mir alles sehr gut!
    LG
    Eine neue Zugezogene nach Essen

    • Sandra | 3-ZKB

      Hallo Neu Zugezogene. 😀 Der Bartisch in der Küche ist selbst gebaut von Fabi und Sebastian, der Stuhl ist ein Vintage-Stück (wo die Beiden nach solchen Stücken suchen steht oben im Interview) und der Sessel im Wohnzimmer ist der About A Lounge Chair von HAY aus Copenhagen und kann beispielsweise bei mir im Laden auf der RÜ gekauft werden.

      Liebe Grüße, Sandra

  • Super schöne liebevoll eingerichtete Wohnung. Da gibts viel Inspiration. Besonders der Fahrradständer ist schick.

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