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„Ich mag Möbelstücke mit Geschichte.“

Eine Wohnküche mit direktem Zugang zu Terrasse und Garten, über 3,20 m hohe Altbauwände, Feinputz und Eichen-Dielenboden: Damit hat sich Judith mitten in Essen-Rüttenscheid ihren Wohntraum erfüllt. 

Nur zehn Minuten musste ich für diese Homestory von daheim zu Judith laufen, die mich mit einem leckeren Frühstück erwartete und geduldig meine Fragen beantwortete.

Wie groß ist Deine Wohnung und wie lange lebst Du schon darin?

Meine Wohnung ist knapp 90 Quadratmeter groß und ich wohne hier seit Ende Februar. Also noch gar nicht so lange…

Wie würdest Du Deine Wohnung bzw. Deinen Wohnstil beschreiben?

Mein Wohnstil setzt sich zusammen aus Einzelstücken, die mir in meinem Leben begegnet sind. Daher findest du bei mir ganz unterschiedliche Sachen: Es gibt Ikea, es gibt 50er-Jahre Möbel, es gibt Erbstücke. Wichtig ist, dass es gemütlich ist. Ich mag es nicht zu clean.

Was gefällt Dir am besten an Deiner Wohnung?

Meine Küche gefällt mir sehr gut. Erstaunlicherweise ist das auch immer der Dreh- und Angelpunkt wenn Freunde da sind, obwohl das Wohnzimmer so groß ist. Das ist wohl dieses Küchen-Phänomen… Vielleicht auch, weil man von der Küche direkt rausgehen kann auf die Terrasse und in den Garten. Ansonsten mag ich auch mein Wohnzimmer sehr gerne.

Wo verbringst Du die meiste Zeit in der Wohnung?

Tatsächlich bin ich schon viel in der Küche. Auch wenn ich noch irgendwas am Laptop mache, sitze ich meist am Küchentisch. Das ist echt praktisch.

Wie wird für Dich aus einer Wohnung ein Zuhause?

Also für mich ist Zuhause da, wo meine Sachen sind. Das habe ich beim Umzug in diese Wohnung sehr deutlich gemerkt. Ich mochte meine alte Wohnung sehr gerne und war etwas wehmütig, als ich sie verlassen habe. Aber sobald meine Sachen hier waren, war diese Wohnung mein Zuhause. Wahrscheinlich könnte man mich auf meiner Couch durch die Welt tragen und ich würde mich zu Hause fühlen, weil meine Couch da ist. Das ist das Vertraute und das macht es zu dem Eigenen…

Was hast Du in der Wohnung selbst gemacht oder selbst gestaltet?

Ich habe sehr viel selbst gemacht und hatte dabei zum Glück immer Hilfe von Freunden. Als ich die Wohnung übernommen habe, lagen im Flur beispielsweise furchtbar alte und furchtbar hässliche Fliesen, der Rest der Wohnung war mit Teppich ausgelegt. Das haben wir dann alles rausgerissen und zwischendurch die Nachbarn verärgert, weil wir zu laut waren. Aber den gesamten Boden zu erneuern geht einfach nicht leise. Jetzt liegt in den Wohnräumen überall Dielenparkettboden, Eiche natur geölt.

Meine Freunde haben auch dabei geholfen, die Tapete von den Wänden zu ziehen und auch von der Decke. Das war eine Heidenarbeit, weil die Decken so hoch sind. Danach haben wir das alles verputzt und gestrichen. An einem Samstagmorgen, mitten im Renovierungschaos, hatte ich das Gefühl, es geht überhaupt nicht vorwärts. Plötzlich dachte ich: Ich brauch jetzt was Schönes, etwas, das man sofort sieht. Also bin ich hier in Rüttenscheid in einen Malerbedarfladen gegangen und habe weißen Stuck gekauft. Das sieht zu den hohen Wänden einfach super aus und danach habe ich mich gleich wieder gut gefühlt.

„Wenn man am Anfang viel Schwung hat, macht man ganz viel. Später lässt das dann irgendwann nach.“

Außerdem habe ich alle Steckdosen ausgebaut und gegen neue ausgetauscht. Denn vorher sahen sie in jedem Zimmer anderes aus: Steckdosen in Holzimitat, vergilbte Steckdosen  –  einfach ganz schrecklich. Wenn man am Anfang viel Schwung hat, dann macht man auch viel. Das muss man nutzen, denn irgendwann nimmt dieser Tatendrang etwas ab… 😉

Was würdest Du gerne ändern bzw. was fehlt noch?

Mein Wohnzimmer ist ein sehr langer Raum, früher waren hier eigentlich zwei Zimmer. Im hinteren Teil, der in Richtung Garten liegt, habe ich meine Couch und Fernseh- bzw. Leseecke. Im vorderen Bereich steht mein Schreibtisch und eine Staffelei. Langfristig möchte ich gerne eine weiße Flügeltür in den Durchgang setzen. Das wäre einfach funktionaler und praktischer, wenn man die beiden Bereiche auch mal abtrennen kann. Vor allem im Winter, denn da muss ich wie verrückt heizen und bekomme diese große Fläche trotzdem nicht richtig warm. Am liebsten hätte ich dafür eine Altbau-Flügeltür mit schönen Gläsern drin, damit der Durchgang noch sichtbar ist.

Außerdem möchte ich gerne Bilder an die Wände bringen. Ich will aber nicht irgendwelche kaufen, nur damit ich keine nackten Wände mehr habe  – da muss mir schon das Richtige begegnen. Es hängen hier schon einige Sachen von meiner Mutter – sie ist Künstlerin mit eigenem Atelier in Essen-Werden. Vielleicht finde ich da ja auch noch das ein oder andere schöne Stück…

Was liegt auf Deinem Nachttisch?

Oh, da muss ich kurz überlegen… Also, da liegt eigentlich immer ein Buch, das ich gerade lese. Meist neben einem Stapel von Büchern, die ich im vergangenen halben Jahr gelesen habe. Ohrringe liegen da auch oft rum, wenn ich sie im Bad vergessen habe, auszuziehen. Zum Ende der Woche sammelt sich dann das eine oder andere Paar auf meinem Nachttisch.

Hast Du einen Deko-Tipp?

Mir gefällt es, Lieblingsstücke zu inszenieren. Kerzen finde ich auch immer toll. Und ich liebe frische Blumen. Blumen sind eine hübsche und schnelle Deko, vor allem, weil ich die direkt aus meinem Garten reinholen kann.

Woher kommen Inspirationen, neue Möbel, Einrichtungsideen?

Ich hole mir viele Anregungen, wenn ich bei Freunden oder unterwegs bin. Aber ich plane die Einrichtung meist nicht wirklich und lese auch keine Wohnmagazine. Eigentlich ist alles aus meiner Wohnung per Zufall bei mir gelandet. Es gibt zu jedem Möbelstück eine Geschichte: Der Schaukelstuhl gehörte mal den Eltern einer Freundin, der ist schon 20 Jahre alt. Der Schrank im Schlafzimmer ist von meiner Großmutter, genauso wie der Küchentisch. Das sind die Grundstücke, die ergänzt werden durch praktische Dinge wie beispielsweise Ikea Expedit-Regale.

Beeinflusst der Stadtteil, in dem Du lebst, Dein Wohngefühl?

Ja, absolut. Ich finde es toll, dass ich in Rüttenscheid alles zu Fuß erledigen kann und benutze mein Auto fast gar nicht mehr. Mir gefällt auch, dass der Stadtteil voller Leben und niemals langweilig ist und man es trotzdem nicht weit bis ins Grüne hat.

– Vielen Dank, liebe Judith, dass ich mich bei Dir umsehen durfte!

Comments.

  • Ich finde nichts inspirierender, als echte Wohnungen, in denen Menschen ihre Persönlichkeit einfließen lassen. Und wenn man dann noch die Story dahinter bekommt, ist es ein vollkommener Einblick!

    • Sandra | 3-ZKB

      Mir geht es ganz genauso. Dankeschön Igor! Ich freue mich über Deine Worte und Judith, die uns für diese tolle Housetour ihre Haustür geöffnet hat, sicher auch.

  • Welch schöne Wohnung und erstklassige Fotos. Da macht das Scrollen richtig Spaß!!! Mehr davon:)

  • Mal wieder superschön!

  • Sandra | 3-ZKB

    Vielen Dank Ihr Lieben, ich freue mich ganz doll über Eure lieben Worte! 😀

  • Tolles Interview und schöne Fotos. Ich liebe den blauen Sessel.

  • Ob da noch ne Wohnung frei ist?? 🙂

    • Sandra | 3-ZKB

      Das wüsste ich auch gern und habe bereits mein Interesse bekundet. 😉

  • … ich habe gerade das Schiff aus dem Magazinfoto entdeckt!

    • Sandra | 3-ZKB

      Haha, ja ich hatte Judith auch ein Papierboot mitgebracht. Das ist von den Farben aber etwas dunkler. Das Schiff aus Deinem Magazin steht vor mir auf dem Wohnzimmertisch. 😀

  • Tolle Wohnung, tolle Bilder, toller Beitrag : )

    Sarah

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